Die Gesundheitspolitik der Schweiz liegt auf der Intensivstation

Die Gesundheitspolitik der Schweiz liegt auf der Intensivstation

Sehr geehrte Parlamentarier/innen
Eine verfehlte Gesundheitspolitik bedroht uns mit Prämienerhöhungen im zweistelligen Prozentbereich. Diese Situation ist bekannt – allerdings erst seit einem Vierteljahr. Ursache dafür ist, dass 2008 und 2009 die steigenden Kosten der Grundversicherung nicht mehr durch die Prämien abgedeckt wurden. In beiden Jahren musste die Finanzierung aus Reserven bezahlt werden. Gemäss dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) haben sich diese Reserven bis Ende 2009 unter das gesetzlich vorgeschriebene Minimum bewegt. Deshalb können die meisten Krankenversicherer die Prämien 2010 nicht mehr mit Reserven verbilligen. Der ungedeckte Kostenanstieg der Jahre 2008 und 2009 sowie der vollständige Kostenanstieg 2010 machen entsprechend einen starken Prämienanstieg zur Kostendeckung 2010 unvermeidlich. Jetzt müssen die Prämien den effektiven Kosten angepasst werden. Sowohl die bisherigen Tarifverhandlungen der Krankenversicherer mit den Tarifpartnern (Ärzte, Apotheker, Spitäler, Spitex usw.) wie auch die Sparmassnahmen des Bundesrats dämpfen den Prämienanstieg kaum. Die Sparmassnahmen, welche das Parlament Mitte September beschliessen will, kommen für die Prämienberechnungen 2010 definitiv zu spät. Nicht erst seit heute ist hinlänglich bekannt, dass jedem Schweizer Haushalt allein auf Grund der überhöhten Medikamentenpreise pro Jahr rund 500 Franken zu viel Geld aus der Tasche gezogen werden! Jetzt aber kommt alles noch schlimmer Unsere Parlamentarier wissen sehr genau, dass die Ausgaben für Medikamente 19% der Gesundheitskosten ausmachen. Dieser Anteil ist im internationalen Quervergleich auffallend hoch. Warum wird seitens der Verantwortlichen viel zu wenig unternommen, um Kostentransparenz und damit auch Kostendämpfung zu schaffen? Bekannt ist nicht erst seit den jüngsten Enthüllungen von SF1, dass zwischen Volksvertretern und Pharmaindustrie ein gut geknüpftes Netzwerk besteht. Dass die Pharmaindustrie wegen der Blockierung preiswerter Medikamente gegenwärtig wieder durch die EU-Kommission kritisiert wird, das ist ebenfalls nicht neu. Darüber hat NZZ Online zuletzt am 8. Juli 2009 berichtet. Und ganz aktuell hat die Sonntagszeitung am 30. August 2009 über den „grandiosen“ Triumph der Pharmalobby gegen die Krankenkassen berichtet. Das Programm der „RTG – Radar für Transparenz im Gesundheitswesen“ einer unabhängigen Interessensgruppe verfolgt die Zielsetzung, dieser Verschwendung entgegen zu wirken. Mit der für die schweizerische Bevölkerung seit Anfang 2007 einzigen und für den User kostenlosen, unabhängigen und neutralen Informationsplattform http://www.mymedi.ch wird jedem Bürger die Möglichkeit eröffnet, für den Bezug eines Medikaments die günstigste Variante auszuwählen. Wenn es gelingt, das Verantwortungsbewusstsein des Patienten zu sensibilisieren, dann werden Einsparungen in einer Grössenordnung möglich, welche etliche Prozent der Krankenversicherungs-Prämien ausmachen.

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Mit freundlichen Grüssen Ihr “mymedi” und “RTG-Team”