Krankenkassenprämien 2010 im Ueberblick
Krankenkassenprämien 2010 im Ueberblick
So sieht es aus :
Die Krankenkassenprämien steigen im nächsten Jahr um durchschnittlich 8,7 Prozent. Erneut gibt es grosse Unterschiede bei den Kantonen und Regionen – hier liegen die Steigerungen zwischen 3,6 und 14,6 Prozent. Stärker betroffen sind dieses Mal vor allem junge Erwachsene.
Die Krankenkassenprämien für die Grundversicherung steigen im nächsten Jahr für Erwachsene ab 26 Jahren um durchschnittlich 8,7 Prozent. Die Unterschiede zwischen den Kantonen sind sehr gross, und 14 Kantone müssen überdurchschnittlich Erhöhungen zwischen 10,2 und 14,6 Prozent in Kauf nehmen.
Am stärksten ist der Anstieg 2010 wie schon dieses Jahr im Kanton Obwalden: 14,6 Prozent. Die kleinste Erhöhung erfahren die Versicherten im Kanton Neuenburg mit 3,6 Prozent. In 14 Kantonen steigen die Prämien überdurchschnittlich. Zu den 14 Kantonen mit den grössten Erhöhungen gehören Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel- Landschaft, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Solothurn, Schwyz, Uri und Zug.
In sechs Kantonen (Basel-Stadt, Genf, Jura, Neuenburg, Tessin und Waadt) steigen die Prämien zwischen 3,6 und 7,7 Prozent und damit am wenigsten stark. Im Mittelfeld liegen Freiburg, Glarus, Schaffhausen, Thurgau, Wallis und Zürich: Hier müssen Versicherte zwischen 8,5 und 10 Prozent mehr bezahlen.
Wie seit 2003 nicht mehr
Damit erhöhen sich die Prämien im nächsten Jahr so stark wie seit 2003 nicht mehr. Während die Kinderprämien mit 10 Prozent nur leicht stärker steigen als die Erwachsenenprämien, müssen die jungen Erwachsenen zwischen 19 und 25 Jahren einen überdurchschnittlichen Anstieg von 13,7 Prozent in Kauf nehmen. Laut BAG haben viele Versicherer ihre Rabatte für diese Versichertengruppe gesenkt.
Trotz der stärksten prozentualen Erhöhung müssen die Obwaldner vergleichsweise wenig für ihre Prämien bezahlen: im Durchschnitt 282,93 Franken pro Monat. Am tiefsten in die Taschen greifen müssen die Versicherten in Basel-Stadt – die durchschnittliche Monatsprämie kostet am Rheinknie 452,42 Franken. Am wenigsten bezahlen die Nidwaldner mit durchschnittlich 255,77 Franken.
Falsch eingeschätzt
Die massiven Prämienerhöhungen werden laut Bundesrat unter anderem deshalb nötig, weil die Krankenversicherer für die Jahre 2008 und 2009 die Kostensteigerung zu gering eingeschätzt und entsprechend die Prämien zu tief angesetzt haben.
Bis zu 26 Prozent bei höchster Franchise
Zur Kasse gebeten werden die Versicherten jetzt auch über die Wahlfranchisen. Der Bundesrat hat deren Rabatt von 80 auf 70 Prozent gesenkt. Dadurch steigen die Prämien in höheren Franchisestufen stärker als in tieferen. Laut BAG-Berechnungsbeispiel kann die Zunahme bei einem Selbstbehalt von 2500 Franken bis zu 26 Prozent betragen.
Mit durchschnittlich 8,7 Prozent liegt die Prämienerhöhung unter den Prognosen vom Frühling. Das BAG hatte im Frühjahr einen Anstieg um durchschnittlich 15 Prozent vorausgesagt; die Vergleichsdienste Comparis und bonus.ch prognostizierten 11 respektive 14,7 Prozent. Laut BAG fällt die Erhöhung geringer aus, weil der Bundesrat inzwischen Kostensenkungsmassnahmen beschlossen hat und sich die Finanzmärkte besser erholt haben als befürchtet.
sda 1. Oktober 2009